Unterschiede zwischen den Vorstehhunden

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Unterschiede zwischen den Vorstehhunden

Beitragvon Streber nach Wissen » So 21. Jul 2019, 20:26

Hallo allesamt!

Ich habe schon generell im WWW, anderen Foren, dieses Forum etwas durchforstet, aber so ganz den AHA-Effekt noch nicht gehabt.

Was sind die Unterschiede, abgesehen von Aussehen, zwischen den ganzen Vorstehhunderassen, seien es Deutsche, Französische, Englische oder die einzelnen aus anderen Teilen der Erde? Mal lese ich zwischen den deutschen Rassen gibts nur minimale Unterschiede, da gehe man nach optischer Präferenz(was natürlich auch völlig legitim ist), dann heißt dieser oder jener sei mittlerweile relativ schlecht(scheint meistens sehr subjektiv zu sein). Dann schreiben manche die Franzosen seien generell anders drauf(keine (Raub-)Wildschärfe), die Englischen seien fast jeweils eine Rasse pro zu jagendes Wild(klingt überzogen) etc.pp.

Ich blick da kaum noch durch, interessiere mich aber sehr für solche kynologischen Feinheiten. Mir würde auch fürs erste reichen, wenn man die Franzosen und Engländer verallgemeinert und nur unter den Deutschen Vertretern und vielleicht noch die Vizslas dazu etwas ins Details gehen würde.

Ich danke euch im Voraus!
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Re: Unterschiede zwischen den Vorstehhunden

Beitragvon Roter Gast » So 21. Jul 2019, 20:56

Moin,
wenn wir uns erstmal darauf einigen können, dass es um die britischen Vorsteher geht, darunter eben auch der englische Setter, der schottische alias Gordon und die beiden irischen Rassen:
Zu IRS und Gordon:
Gut gezüchtete Hunde sind vielseitiger einzusetzen als die Mär es sagt, auch für die Arbeit nach dem Schuss und vor allem am Wasser. An Wildschärfe hat es den meinen nicht gefehlt,den Gordons auch nicht. Dem einzigen Pointer, den ich je auf einer Jagd sah, fehlte es an nichts, was deutsche Vorsteher auch haben, inklusive Härte.Über ES weiß ich nicht viel und habe auch noch keinen im Einsatz erlebt.Es kommt, und das gilt auch für die deutschen Vorsteher, auf das Einsatzgebiet und die Aufgaben an.
Unterschied: Die meisten deutschen Vorsteher sind sichtlaut und/ oder spurlaut, fehlt den meisten von den Inseln. Mein gerade gegangener Ire war sl an Haarwild. (Hase, Reh)
In einem Niederwild- Revier mit hohem Feldanteil und am Wasser sind alle auch zur Arbeit nach dem Schuss einsetzbar,für Wald- und Hochwildjagd sind die Briten sicherlich nicht so geeigent wie alle erdenklichen deutschen Jagdhunderassen
Franzosen: Gibt durchaus wildscharfe darunter, soweit ich weiß.
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Re: Unterschiede zwischen den Vorstehhunden

Beitragvon breizh » So 21. Jul 2019, 21:26

ui … viele Fragen - im Idealfall sollten da viele Antworten aus verschiedenen Lagern bei rumkommen… die natürlich meistens Erfahrungsberichte sind ...

ich fang mal einfach an:

die dt. Vorstehhunde sind am ehesten das, was man so als "vielseitig einsetzbar" , als den Vollgebrauchsjagdhund bezeichnet. Die feinen Unterschiede in Haltung und Führung vermag ein Führer dieser oder jener Rasse besser zu erklären als ich …

die Raketen von der Insel sind geile Hunde - wenn deine Jagdmöglichkeit den Raum dafür bietet … Into the Great Wide Open und noch ein Stückel weiter Richtung Horizont, nett oder nervenzehrend, je nach geographischen Gegebenheiten.

die Franzosen … nun ja, da bin ich voreingenommen :Herz1 . tolle führerbezogene Hunde, aber absolute Ein-Mann- (oder Ein-Frau-) Hunde, ein wenig sensibler als die Nicht-Gallier :wink: was der Franzose gelernt hat, kann er - aber harte, teilweise zupackende Korrektion kann er nicht wirklich ab, da is Streik angesagt (Franzose halt :wink: )

hab grad das Vergnügen mit dem werdenden Appor-Tier :grommit: :err:
Salut

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Re: Unterschiede zwischen den Vorstehhunden

Beitragvon wurzel » Mo 22. Jul 2019, 00:48

breizh hat geschrieben:aber harte, teilweise zupackende Korrektion kann er nicht wirklich ab

Da fällt mir ein Spruch zu ein: "Der Deutsch Drahthaar wurde gezüchtet, um den deutschen Jäger auszuhalten."

Außer in Deutschland werden die Vorstehunde auf dem Kontinent eigentlich überall als Spezialisten eingesetzt, ob Spinone oder Viszla, Epagneul Breton oder Perdiguero. Laut ist unerwünscht, wozu soll der Hund Hühner verbellen? Und da man die Hunde so züchtet, wie man sie braucht, hängt es eng mit der Art zusammen, wie bei uns die Jagd geregelt ist, daß der deutsche Vorstehund mehr können muß als vorstehen: das Reviersystem mit einem Pächter, der fast das ganze Jahr auf die unterschiedlichsten Wildarten jagt, braucht einen Hund, der für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke taugt. Es gibt leichte Unterschiede nach Revierstruktur wie den spurlauten DL für waldreiche Reviere oder den schnellen DK für große Feldreviere, aber prinzipiell können sie fast alles.

Das werden die Halter der unterschiedlichen Rasen hier aber genauer beschreiben, ich halt jetzt wieder meine vorlaute Klappe und knuddel meine Brackel :fusselgrins
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Re: Unterschiede zwischen den Vorstehhunden

Beitragvon Arlena » Mo 22. Jul 2019, 07:46

breizh hat geschrieben:die Franzosen … nun ja, da bin ich voreingenommen :Herz1 . tolle führerbezogene Hunde, aber absolute Ein-Mann- (oder Ein-Frau-) Hunde, ein wenig sensibler als die Nicht-Gallier :wink: was der Franzose gelernt hat, kann er - aber harte, teilweise zupackende Korrektion kann er nicht wirklich ab, da is Streik angesagt (Franzose halt :wink: )

Das Gleiche gilt sowohl für Rot-Weißen Iren als auch für Gr.Münsterländer: Konsequenz-ja,aber keine Härte.Die Chemie zwischen dem Hund und dem HH muß 100% stimmen,sonst wird es nichts.Speziell für IRWS: der Hund langweilt sich schnell,jede Arbeit wird gern getan,aber bitte keine x-te Wiederholung.
LG Anna
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Re: Unterschiede zwischen den Vorstehhunden

Beitragvon Streber nach Wissen » Mo 22. Jul 2019, 10:26

Ich danke allen für die bisherigen Antworten!

Wenn ich die Frage nun auf die deutschen Allrounder begrenzen möchte: Ist es zwischen diesen also wirklich überwiegend eine Frage der optischen/haarlichen Präferenz? Ich bin aktuell kein Jäger und weiß auch nicht wann ich einen Jagdschein machen kann und werde und selbst danach bräuchte ich erstmal die Jagdmöglichkeiten und auch dann werde ich das bestimmt nicht täglich machen können(wer kann das schon außer einem Berufsjäger?). Aber sollte es mal soweit kommen, möchte ich nicht ohne einen Vierbeiner jagen.

Ist es dann korrekt um flexibel zu bleiben auf einen Vorstehhund zu setzen? Also VORAUSGESETZT(Bitte nur unter dieser Prämisse antworten) man kann in einem Niederwildrevier Rehe(da ist der Hund zwar nicht ZWINGEND notwendig, aber doch sehr nützlich), Hasen/Kaninchen, Enten, Fasan jagen.

Dann die Zusatzfrage: Habe ich, für die genannten Wildarten, abgesehen vom Anzeigen durchs Vorstehen, überhaupt einen sonstigen Vorteil mit einem Vorstehhund gegenüber einem Retriever?
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Re: Unterschiede zwischen den Vorstehhunden

Beitragvon Brimborium » Mo 22. Jul 2019, 10:43

Bin mir ziemlich sicher, wenn du dich anmelden würdest und dich vorstellen würdest, bekämst du mehr Antworten.
Ausserdem sind in den Tiefen des Forums viele derartige Themen vergraben, die du dann einsehen könntest.

Also.....rechts oben ist der Anmeldebutton. :fusselgrins
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Re: Unterschiede zwischen den Vorstehhunden

Beitragvon ackij » Mo 22. Jul 2019, 10:53

kont. Vorstehhund ... als Allrounder vermarktet .
Der DK ( siehe dir alleine die Ordenschnallen etlicher Wunderhunde an .....)
Kaum einer wird nur auf das Vorstehen bzw reine NWJ geführt, diese "guten alten Zeiten " sind vorbei
ähnl. wie die Engländer mit Vorsteher , Labi und Terrier losziehen .
Dazu du wirst sehr schnell merken (wenn du deinen Schein machst.. dort wird dir schon nahegelegt)
welchen Hund und welcher Zwinger :wink:

Und mit dem richtigen Hund kommst du auch schon in die richtigen Kreise :fusselgrins
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Re: Unterschiede zwischen den Vorstehhunden

Beitragvon Elisabeth » Mo 22. Jul 2019, 11:06

Grundsätzliche Antwort: ja; es gibt erhebliche Unterschiede zwischen DD, DK, DL, WM, GrM und KlM; die im Einzelnen aufzuführen fehlt mir im Moment die Zeit.
Sie unterscheiden sich im Temperament, in den Begabungen, in der Führigkeit, in der Alltagstauglichkeit, im Verhalten am Wild.... mal ganz abgesehen davon, dass jede Zuchtlinie (Zwinger) und dann noch jedes Individuum seine Stärken / Schwächen mitbringt. :wink:

Eine gewisse Orientierung findest Du auf den Homepages des Verbände - dort werden zwar nur die STÄRKEN der Rasse betont :err: , aber der Vergleich ist nicht uninteressant.

Grüsse
Elisabeth
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Re: Unterschiede zwischen den Vorstehhunden

Beitragvon manfred » Mo 22. Jul 2019, 11:50

Brimborium hat geschrieben:Bin mir ziemlich sicher, wenn du dich anmelden würdest und dich vorstellen würdest.
hat er/sie/es doch beides lange erledigt und sogar schon so gut, daß er/sie /es sich so richtig in den tiefen des forums verlieren kann.
the dogs are alright

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