Wie bringt man Ruhe in den Hund?

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Re: Wie bringt man Ruhe in den Hund?

Beitragvon mictro » Mi 11. Okt 2017, 14:15

Ich erinner mich an einen Dobi der einfach durchgefiept hat, sobald er warten musste. Kein hibbelhund per se, aber das fiepen hat der halter nie wieder rausbekommen. Der hund stand ansonsten super im gehorsam.
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Re: Wie bringt man Ruhe in den Hund?

Beitragvon wurzel » Mi 11. Okt 2017, 14:22

Das scheint mir generell eher ein Rüden-Problem zu sein, ich kenn etliche Rüden, die das haben, aber kaum Hündinnen. Meine Hibbbelline z.B. macht das kaum, dafür zwei der Brüder, obwohl die sonst eher ruhig sind. Gut, der Stichprobenumfang...
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Re: Wie bringt man Ruhe in den Hund?

Beitragvon Eminenz&Zigge » Mi 11. Okt 2017, 15:10

Die junge, noch ziemlich kasperige Hündin jiffelt unentwegt, ist sie an der Leine und sieht andere Hunde,


Ich habe das so verstanden, dass die Hündin Hundesichtungen kommentiert und dabei hochfährt.
Das tat Jolie auch lange.
Tips waren da: Richtungswechsel, Bögen, Sicht auf den Hund nehmen, Hund eine Aufgabe, z.B. Dummytragen, geben.
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Re: Wie bringt man Ruhe in den Hund?

Beitragvon wurzel » Mi 11. Okt 2017, 15:55

Was ich prinzipiell noch sagen wollte: Ich bin ja ein Anhänger von "weniger ist mehr". Meine Hunde müssen zuallererst lernen, daß einen Großteil des Tages eben nichts stattfindet. Das geht nur, wenn sie zwischendrin auch Erfahrungen machen, damit die grauen Zellen in der Ruhephase was zum verarbeiten haben; aber das sehr konzentriert und wohldosiert, in kleinen Portionen, und Schluß ist, wenn ich es sage. Ist auch mit dem Hibbel kein Problem. Die ist zwar die erste, die morgens auf ist, aber sie nervt nicht groß, sondern wartet, bis die Signale auf "Gassi" stehen.
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Re: Wie bringt man Ruhe in den Hund?

Beitragvon naijra » Mi 11. Okt 2017, 18:10

wurzel hat geschrieben:Was ich prinzipiell noch sagen wollte: Ich bin ja ein Anhänger von "weniger ist mehr". Meine Hunde müssen zuallererst lernen, daß einen Großteil des Tages eben nichts stattfindet. Das geht nur, wenn sie zwischendrin auch Erfahrungen machen, damit die grauen Zellen in der Ruhephase was zum verarbeiten haben; aber das sehr konzentriert und wohldosiert, in kleinen Portionen, und Schluß ist, wenn ich es sage. Ist auch mit dem Hibbel kein Problem. Die ist zwar die erste, die morgens auf ist, aber sie nervt nicht groß, sondern wartet, bis die Signale auf "Gassi" stehen.

Das ist auch meine Erfahrung. Ich habe mit Splash nie ein totales Ruheprogramm gemacht, er durfte sich in wildfreier Umgebung viel frei bewegen, wir gingen einmal wöchentlich trailen, es gab ab und an Ausflüge in fremde Umgebung, und natürlich eben die wohldosierten Alltagsübungen. Aber nach einem aufregenden Tag, ob Hundeschule, trailen, wildreicher Wald, gab es immer 1, 2 stressfreie Tage in bekannter Umgebung. Das ist ein rantasten an den individuellen Hund - für total nervenschwache Hunde wäre das schon zuviel gewesen, anderen kann man viel mehr zumuten.

Für Splash hat es gepasst. Ich konnte ihm zwischendurch auch richtig stressige Situationen zumuten (Ausstellungen, Seminare, Prüfungen), und er hat das super gepackt. Er ist übrigens der gesprächigste Hund, den ich je hatte - er kommentiert sehr viel. Und bei hoher Erwartungshaltung fiept er auch, wie viele Spaniels. Ich denke, da hilft nur abbauen der Erwartungshaltung, und das braucht enorm viel Zeit und Geduld. Haben wir grad im Programm bei der Dummyarbeit.
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Re: Wie bringt man Ruhe in den Hund?

Beitragvon Kleine Sonne » Mi 11. Okt 2017, 19:39

mictro hat geschrieben:
Katharina hat geschrieben:Was man noch sagen muss: den 9 monatigen Hund ablegen und erwarten, dass er bereits liegen bleibt, wenn man mit einem anderen Hund drumrum läuft, das ist viel zu früh!
Das beginnt man mit Hunden, die etwa ein Jahr alt sind.
Einen solchen Genetikhippel auch noch zu überfordern bringt im günstigsten Fall zumindest nur nix. Oder geht nach hinten los. Mit übermässiger Härte wäre ich auch vorsichtig. Gleiches Problem wie vor.
Jugendsuche hat der Hund schon?


Würde ich nicht vom alter abhängig machen. Eher von einer gewissen notwendigkeit und den fähigkeiten des hundes. Überfordern ist offensichtlich falsch, den hund regelmässig an die grenzen bringen vielleicht nicht.

Das seh ich auch so. Ich hab mit einem ziemlich hibbeligen Terrier mit 8 Monaten die BP gemacht. Ok, ich hatte nicht den Anspruch, dass der Hund innerlich ruhig ist, wenn er liegt, aber dass er soweit gehorsam ist, dass er liegen bleibt. Der ist aber bis heute nicht innerlich ruhig in vielen Situationen, sondern "nur" äußerlich gehorsam - aber das genügt mir. Ich habe nicht den Anspruch, dass ein hibbeliger Hund sich in bestimmten Situationen entspannt, der ist so und fertig. Ich lasse ihn dafür eben nicht zu lange in solchen Situationen, aber einen Hibbel zu kompletter innerer Ruhe zu bringen halte ich für völlig irreal im Anspruch.

Dass weniger mehr ist, unterschreibe ich auch. Hunde müssen viel weniger bespaßt und dafür viel mehr runtergefahren werden durch möglichst viel "routinierte Langeweile" daheim.

LG, Julia
Ein Zentimeter Hund ist mir lieber als ein Kilometer Stammbaum.
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Re: Wie bringt man Ruhe in den Hund?

Beitragvon Gast » Mi 11. Okt 2017, 20:41

Eminenz&Zigge hat geschrieben:Ich habe das so verstanden, dass die Hündin Hundesichtungen kommentiert und dabei hochfährt.

Ja, sonst ist sie ein friedliches, nicht hypernervöses Exemplar.
Katharina hat geschrieben:Was man noch sagen muss: den 9 monatigen Hund ablegen und erwarten, dass er bereits liegen bleibt, wenn man mit einem anderen Hund drumrum läuft, das ist viel zu früh!

Es geht vorerst ausschließlich ums relativ kurze Absitzen an der Leine bei Begegnungen mit Menschen und Hunden. Das kann auch ein 9 Monate Hund schon einigermaßen können. Abliegen haben meine auch in dem Alter schon unter Ablenkung gelernt, aber das ist ja gar nicht das Thema.
Aus diesem Gejiffel-Verhalten der jungen Hündin auf einen genetischen Hippel zu schließen, ist allerdings eine kühne Diagnose und die trifft nicht zu. (Dann hätte ich einen oder mehrere genetisch verkorkste DD in der Umgebung kennengelernt.)
Jugendsuche hat die Hündin noch nicht, wäre viel zu früh gewesen. Wird 2018 anstehen, wie dann auch HZP.
datico hat geschrieben:Die Erfahrung mit meinem DK:
Zusätzlich zum bereits erwähnten Ruhe üben im täglichen Leben sollte man frühzeitig den DK behutsam, aber konsequent in seinen Anlagen bzw. seiner Bestimmung entsprechend fördern und auch fordern. Ganz wichtig Kopfarbeit, viel Struktur, Konzentration, ein souveräner und gelassener HF, kurze aber sinnvoll aufgebaute Übungen und möglichst wenig Überforderung durch Situationen wie das beschriebene Umlaufen mit anderen Hunden.

Das passiert auch, arbeiten, Anlagen fördern, auslasten im eigenen Revier und am Wasser kein Problem, läuft alles auch prima.
Ruhephasen, die auch völlig problemlos sind, hat die Kleine ausreichend, allein oder mit der Familie im Haus, und sie ist dann auch ruhig. Das Gejiffe im Zusammenhang mit anderen Hunden begann im privat veranstalteten Hundekurs mit etwa gleichaltrigen Weimaranern. Ich kannte es zu Anfang bei Begegnungen und gemeinsamen Gängen auch nicht.
Der Kurs ist nun leider auseinandergefallen, und bis der KJS-Kurs im Frühjahr startet, kann man die Zeit ja nutzen, das ein oder andere zu üben, wenn an sich sowieso einigermaßen regelmäßig trifft.
Brimborium hat geschrieben:Im Junghundekurs (Hunde waren zw 6 und 9 Monate alt und fast alle Vorsteherrassen dabei), war es durchaus möglich sie nebeneinander abzulegen. NATÜRLICH springt mal der ein oder andere auf. Meiner auch. Und nicht selten. :pfeifen:
Nach ein paar Übungseinheiten, blieb auch dieser liegen.

War in meinen Gruppen auch so, denke aber, erstmal sollte man beim Sitz bleiben, ist im Alltag bei Hundebegegnungen auch erstmal üblicher, wenn man mal ein paar Worte wechseln will. Der Hund wird zwar Jagdhund, lebt aber auch ein anderes Hundeleben.

Ich denke eher, dass ihre Führerin sich zu sehr unter Druck setzt, das geht erfahrungsgemäß auf den Hund über.
mictro hat geschrieben:Wie korrigiert man sowas (auch wenn es nicht geklappt hat)? Ernsthafte frage. 3 pflegis der letzten zeit hatten durchaus das problem. Das mit der übertragung der ruhe ist sicher kein kleiner und unwichtiger teil; den kann man aber irgendwie nur schwer ausführen. Sobald der hund hochgefahren ist pause.

Das ist möglicherweise das Problem: Für noch so kleine Schritte das Timing für Lob zu haben, ist, gerade, wenn man sich selber unter Druck setzt, schwierig.
Da fehlt öfter die Bestärkung für kleine, gut gemachte Schritte. Ganz anders als bei den Übungen zum Herankommen, man freut sich ja fürchterlich, wenn ein junges Vorstehergewächs sofort angerannt kommt. :Heiligenschein1 und sich nicht ablenken lässt. Und eben nicht der frischen Rehfährte lange nachgeht, die Gelegenheit wäre günstig gewesen. :sabber
wurzel hat geschrieben:Konsequenz und Geduld und Gespür, wann eine Auszeit nötig ist.

Da hast Du vielleicht den Kern getroffen:
Da fehlt ein wenig die Geduld, weil die HF alles richtig machen will, dabei aber hie und da sich und den Hund in zu großen Schritten voranbringen will. Konsequenz eher in die Richtung, dass viele, positiv verstärkte Schritte auch voranbringen, ( beide sind wir, wo es wirklich nottut, keine Weicheier), sind die Hunde auch nicht. An der Baustelle Jiffeln kann man vielleicht doch kleinschrittiger arbeiten und ich versuche mal, den Dampf ein bisschen aus dem Kessel zu nehmen.
Ist bei anderen oft leichter als wenn man selbst einen Hund erzieht. :stumm:
Eminenz&Zigge hat geschrieben:Tips waren da: Richtungswechsel, Bögen, Sicht auf den Hund nehmen, Hund eine Aufgabe, z.B. Dummytragen, geben.

Gute Idee, die Übung mit dem Richtungswechsel und Bögen im Wechsel mit kurzem Absitzen lässt sich gut bewerkstelligen.
Das Dummy-Tragen kenne ich auch als wirksames Mittel, ob die Lütte das schon in ausreichendem Maß kann, weiß ich nicht.
Habe mit vielen Hunden viele Baustellen gehabt, aber das Jiffeln beim Sitzen neben mir noch nicht, werde den ein oder anderen Tipp weitergeben, bzw. wenn wir zusammen unterwegs sind, auch auf einiges mehr achten.
Danke für die zahlreichen Meinungen und Tipps! :Dankeschoen:
Gast
 

Re: Wie bringt man Ruhe in den Hund?

Beitragvon ackij » Mi 11. Okt 2017, 20:47

Mich würde der Zwinger intressieren .......
und warum kein Derby , Solms usw.....
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Re: Wie bringt man Ruhe in den Hund?

Beitragvon datico » Do 12. Okt 2017, 09:53

Ach so - ich hatte es so verstanden, dass der Hund allgemein zu hibbelig und nervös ist...

LG
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Re: Wie bringt man Ruhe in den Hund?

Beitragvon Gast » Do 12. Okt 2017, 15:59

datico hat geschrieben:Ach so - ich hatte es so verstanden, dass der Hund allgemein zu hibbelig und nervös ist...


Nö, sonst ist die Kleine völlig normal. Angenehm um sich zu haben. Da hat sich etwas aufgebaut, das wohl jeder gern wieder abbauen würde.
ackij hat geschrieben:Mich würde der Zwinger intressieren .......
und warum kein Derby , Solms usw.....


Zwinger habe ich nicht parat, DK mag ich zwar, sind aber nicht so meine Rasse, als dass ich Zwingernamen, bis auf zwei oder drei, eben im Kopf hätte. Ist aber sorgfältig unter etlichen Zwingern/ Würfen ausgesucht, mit einigen Besuchen quer durchs Land, bis der "richtige" Wurf gefunden war.
Die Hündin ist, wenn ich es richtig erinnere, im Februar 2017 mit ca. 8 Wochen eingezogen. Bisschen jung fürs Derby und die Solms, denke ich. :bussi

Nochmal: Das ist diese eine Situation, die Kopfzerbrechen macht, nicht der Hund an sich, der ist ansonsten prima. Habe einiges aus den Posts im Kopf, und wenn wir am WE zusammen laufen, versuche ich erstmal, aus der Leinenhalterin den "Leistungsdruck" zu nehmen und das ein oder andere umzusetzen, bzw. an die Frau zu bringen.
Danke nochmals für freundliche Gastfreiheit!
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