Zucht

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Re: Zucht

Beitragvon Rodin » Fr 18. Aug 2017, 20:09

Gast hat geschrieben:Hallo zusammen,
auf welche Untersuchungen muss man achten, wenn man einen Welpen kauft.
Ellbogen, Hüfte, was noch?
Woran erkenne ich einen guten Züchter?
Danke für die Beantwortung meiner Fragen!


Steffi, ich verstehe Deinen Begriff von "unbekannt lamentieren" nicht - meinst Du damit mich?

Und ich denke, ich habe hier in diesem Faden so ziemllich das getroffen, - und beantwortet, was der TE "Gast" gefragt hat. ICH lamentiere nicht, ich stelle nur fest, - und erkläre, was ICH als Neu-WelpenKäufer NICHT zulassen würde. Wenn es Susanne gefällt, mir einige Dinge zu unterstellen - "Rassewelpen von Qualität kriegt man bei meinen Anforderungen nur beim Massenzüchter" - das ist doch nicht wahr! Wahr hingegen ist, daß leider sehr viele angeblich "seriöse" Züchter scheinbar, oder doch auch offenbar versuchen, durch völlig überzogene Welpenpreise bei gleichbleibender, wenn nicht sogar leider massiv gesunkener Zuchtqualität in die Riege der "Neureichen" aufzusteigen. Und wenn man sich nicht nur - wo DAS schon krass auffällt und aufstößt, - auch noch für andere "schonlängersehrinteressanteRassen" stärker interessiert, fällt diese immense fragwürdige Preissteigerung noch viel mehr unangehnem auf - wobei es nur sehr wenige trifftige Begründungen gibt, warum die Welpen von einigen XY früher um die 1000,-- kosteteten, und jetzt plötzlich, obwohl sich kaum etwas in der Zuchtgebarung geändert hat, gleich mal um 500,-- bis 1000,-- gestiegen sind?

Sicher, wenn ich mir einen Urlaub auf den Malediven, oder einen Super-Swimmingpool leisten will, oder andere "Kinkerlitzchen .....
Rodin
 

Re: Zucht

Beitragvon Frauchens Herrchen » Sa 19. Aug 2017, 01:10

Gast hat geschrieben:Hallo zusammen,
auf welche Untersuchungen muss man achten, wenn man einen Welpen kauft.
Ellbogen, Hüfte, was noch?
Woran erkenne ich einen guten Züchter?
Danke für die Beantwortung meiner Fragen!


So, nun plaziere auch ich als 5t Hundehalter meinen Meinungschiss hierzu:

Die erste Untersuchung wäre da mal der eigene Bedarf, die eigene Situation, die eigene Perspektive und die genaue Kenntnis der Vorzüge und Schwächen der angepeilten Rasse. Das sollte Dich vor bösen Überraschungen und den Welpen vor Besitzerwechsel schützen. Wenn Du jagdlich führen willst, sind Papiere (oder zumindest Phänotypus) wichtig. Wenn Du nur etwas dekoratives fürs Sofa willst, hol Dir nichts aus jagdlicher Leistungszucht!

Schau Dir möglichst BEIDE Elterntiere an und überleg Dir ob Du mit BEIDEN klarkämst. Mal schlägt der Papa durch, mal die Mama, mal hast du den optimalen Mix, mal das worst case Szenario. Biologie ist genetisches Roulette.

Dann schau Dir genau das Umfeld, die Aufzuchtsituation an, mach Dir ein Bild über die Welle die der Züchter um seine Welpen macht. Ein gut geprägter Welpe, der schon viel POSITIVES erleben konnte kann weit weniger Stress bereiten als ein Casper Hauser von höchst prämierten Eltern.

Frag dem Züchter Löcher in den Bauch. Ich selbst habe schon "Vermehrer" erlebt, die noch nicht einmal das genaue Alter oder Geschlecht ihrer Welpen kannten und trotzdem Premiumpreise aufgerufen haben.

Lass Dich vom Preis nicht beeindrucken. Es gibt für kleines Geld gute, gesunde Hunde, für viele Euros aber u.Umständen auch "genetischen Müll". Natürlich wird ein Welpe von höchstgeprüften Eltern teurer sein - er muss aber nicht zwangsläufig besser sein.

Schau Dir den Züchter jetzt nochmal ganz genau an. Ist er seriös? Haben seine Hunde es gut bei ihm? Erscheinen sie fit und gesund? Lieben sie ihn? etc.

Erst jetzt stellt sich die Frage nach zu vermeidenden Erbkrankheiten. Aber das ist nicht einfach. HD, ED oder Angst / Agressivität können genetisch bedingt sein - aber auch Haltungsbedingt. Du kannst einen kerngesunden Welpen bekommen und ihn durch Treppen, Überforderung o.ä. hinhuntzen. Dennoch macht es natürlich Sinn bekannte Erbkrankheiten im Vorfeld auszuschließen. Je mehr Du im Vorfeld über die angepeilte Rasse in Erfahrung bringen kannst, desto besser ist es für Dich und den "haarigen Nachwuchs".

Zuletzt ... schau Dir die Papiere an. Sind sie korrekt? Sind sie ordnungsgemäß? Sind sie überprüfbar? ... und falls Du es brauchst, sind sie "anerkannt"?

Der Preis: ein perfekter Weggefährte für die nächsten 15 Jahre ist sicherlich unbezahlbar. Zusätzlich sollte aber auch Futter, Tierarzt und Ausbildung drin liegen.

Vielleicht dient Dir ja das Eine oder Andere ...

Viel Glück
Peter
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Re: Zucht

Beitragvon posavski » Sa 19. Aug 2017, 06:31

In den Krankheiten, die so ein Hund im Laufe seines Lebens entwickelt, da stecke ich einfach nicht drin.
Die Rasseverbände versuchen ja da etwas dagegen zu tun, mutet für mich aber manchmal schon etwas wie Lebensborn an.
Unser erster Entlebucher vor 43 Jahren kam von einem Züchter, um den ich heutzutage einen riesen Bogen machen würde. Die Art und Weise der Haltung und der Aufzucht, die sind für mich im Rassebereich ausschlaggebend. Da muss ich nicht mal beide Elterntiere kennen.
Dieser Hund hätte niemals in eine Familie gedurft - insofern hat es also "Geldmacher" schon immer gegeben, und wird es immer geben. Aber aus den Umständen der Haltung, dem persönlichem Kontakt kann ja einiges erkannt werden, so man nicht mit Blindheit geschlagen und unwissend ist, so wie wir damals. Schau Dir ruhig die Züchter genau an, und dann entscheide.
Letztendlich ist aber der Hund ein Lebewesen, und der Natur kann man nicht in das Handwerk pfuschen. Eine Garantie gibt es nun mal nicht, ist ja schliesslich kein Fernseher - aber das Risiko, dass es nicht passt, das lässt sich nach Recherche vermindern, ausgeschlossen kann es aber nicht werden.
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Re: Zucht

Beitragvon Sten Hagelvoll » Sa 19. Aug 2017, 15:33

posavski hat geschrieben:In den Krankheiten, die so ein Hund im Laufe seines Lebens entwickelt, da stecke ich einfach nicht drin.
So sieht das aus, entscheidender Unterschied -
Passiert es auf der "richtigen" Seite - Kann leider mal passieren.
Passiert es auf der "falschen" Seite - War doch klar.
Gast hat geschrieben: Woran erkenne ich einen guten Züchter?
Die Frage im Netz zu stellen dürfte ähnlich effektiv sein wie die nach dem Erkennen eines Kriminellen.
Einzig allein Erfahrung, die Erfahrung eines Anderen, oder schlicht Glück/bzw. Lehrgeld.

Ansonsten würde ich auf jeden Fall einen Züchter wie "najira" bevorzugen. Möchte jetzt "Weimi-Sandra" nicht das Gedanken machen absprechen, aber das springt einen halt bei najira sofort an.
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Re: Zucht

Beitragvon manfred » Sa 19. Aug 2017, 19:41

dissens hat geschrieben:Bollenfelds Michael hatte hierzu mal was Gutes geschrieben: viewtopic.php?p=854891#p854891
sehe das anders. zum einen, was haben sprit, strom, futter, impfung, wurmkur, etcpp. 2001/2005/2014 betragen und was kostet das heute? einfach eine völlig logischen preissteigerung.
zum anderen, geld verdirbt den charakter, ja gut, warum kritisiert man auf der einen seite die wühltischwelpenkäufer und auf der anderen die, die mal was mehr verlangen.
charakter hat nix mit der höhe des preises zu tun, bin da auch voll bei Susanna.
will das ganze auch gar nicht werten, natürlich freut man sich wenn man gute ware günstig bekommt, aber ich sehe einfach nix verwerfliches daran wenn jemand der gute arbeit leistet sich das dementsprechend bezahlen lässt.
...weniger stress...mehr hund...

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Re: Zucht

Beitragvon posavski » So 20. Aug 2017, 09:54

Aus der Erfahrung heraus würde ich für mich sagen, daß ich die Züchter (für mich rein persönlich) nach meinen ureigensten Eindrücken und Einschätzungen als "gut" einstufen würde.
Der, den ich als "schlecht" einstufe, der muss ja nicht schlecht sein, er ist es nur für mich. Habe ich dann gute Erfahrungen, dann ist er gut. Habe ich schlechte Erfahrungen, dann habe ich eben Pech gehabt. Oder einen schlechten Züchter, oder eine miese Verpaarung, oder eine schlechte Hundeschule, oder, oder oder. Aber zuerst rede ich mal schlecht über den Züchter, und vergesse mal schnell die Vielfältigkeit der Gene.
Oder nennt jemand, der an Zucker, Krebs oder sonstetwas (möglichweise) vererbbarem erkrankt, seine Urgroß-, Groß- oder Eltern deswegen schlecht?
Glaube ich nicht.
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Re: Zucht

Beitragvon Kleine Sonne » So 27. Aug 2017, 17:14

manfred hat geschrieben:will das ganze auch gar nicht werten, natürlich freut man sich wenn man gute ware günstig bekommt, aber ich sehe einfach nix verwerfliches daran wenn jemand der gute arbeit leistet sich das dementsprechend bezahlen lässt.

Ich glaube, dass man gute, seriöse Hunde angemessen bezahlen will/sollte, bestreitet ja gar niemand hier. Nur wo hört das auf und wo fängt der Wucher an? Wir haben für unsere Kleine auch gut Geld bezahlt, aber wenn ein Hund über 1500 Euro bis hin zu mehreren tausend Euro kosten soll, muss man sich doch fragen, ob da nicht der reine Gewinn im Vordergrund steht. Und so einen Züchter würde ich nicht unterstützen wollen. Denn wenn jemand jede Arbeitsstunde quasi reinrechnet, frage ich mich schon, mit wie viel Herzblut er das macht oder ob er nicht eher ökonomisch orientiert ist. Und letzteres würde mir in der Tierzucht nicht gefallen. Wer da tatsächlich an die Kategorie "Gewinn" denkt, ist mir an sich bereits suspekt. Denn eigentlich sollte es ihm um etwas anderes gehen.

LG, Julia
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Re: Zucht

Beitragvon wurzel » So 27. Aug 2017, 23:16

Das Problem ist doch, daß die Bewertungssysteme nicht zusammenpassen.

Erwarten würde man, daß man für gute Ware einen guten Preis verlangt/ bekommt. Dann würde der, der die beste Ware produziert, sprich den gesündesten, hübschesten, wesensfestesten, leistungsfähigsten Hund, auch berechtigterweise am meisten verlangen/erhalten, und die Motivation wäre für jeden Züchter, möglichst gute Hunde zu produzieren, weil er für die den meisten Lohn erhält.
Nun kommt aber der Markt dazwischen, und der bedeutet, daß gehandelt wird. Geworben wird. Knappe Güter auf große Nachfrage treffen. Und früher oder später kommt der eine oder andere auf die Idee, daß man mehr Geld verdienen kann, wenn man weniger Aufwand treibt, den aber gut bewirbt. Recht eigentlich Betrug. Wir leben schon so lang mit diesem System, daß wir uns gar nix mehr dabei denken.
In der Hundezucht treffen nun diese zwei Systeme aufeinander. Die einen, die möglichst gute Hunde züchten wollen, denen wichtiger ist, daß der Hund einen guten Platz hat, und denen zufriedene Käufer der größte Lohn sind. Und die, die vor allem Geld damit verdienen wollen. Und alle möglichen Kombinationen davon.

Wie will man das unter einen Hut kriegen?
lg von wurzel, dem Krabbeltier, der Pflümelei und ihrer Durchlaucht prenses Yagmur :Heiligenschein1
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Re: Zucht

Beitragvon Bollenfeld » Mo 28. Aug 2017, 07:01

Der Käufer hat ja die Wahl und kann sich den richtigen Züchter raussuchen, er muß es halt nur tun! Aber gerade im Jagdhundewesen haben wir in den letzten Jahren eine Menge Käufer, die nur einen Jagdbegleithund suchen und denen andere Sachen wie ein guter Jagdgebrauchshund wichtig sind. Diese Klientel spricht natürlich auf große Worte, schöne Bilder und ein nettes Drumherum ganz toll an. Das wird natürlich nur allzu gerne von einigen Vereinen, Zuchtwarten und Züchtern bedient, weil sie alle davon geldmäßig reichlich profitieren.
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Re: Zucht

Beitragvon dissens » Mo 28. Aug 2017, 07:44

Bollenfeld hat geschrieben:Der Käufer hat ja die Wahl und kann sich den richtigen Züchter raussuchen, er muß es halt nur tun!


Der Kaufpreis hängt aber unter anderem AUCH von der Rasse ab. Wie gesagt, ein RR wird gehandelt für etwa zweieinhalb DD oder DK.
Und innerhalb einer Rasse hat man dann höchstens noch die Wahl zwischen VDH-, Dissidenz- und Osteuropa-Kofferraum-"Zucht".
LG
Tina


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